17 June 2009 No Comment by sirdorian

Hauptsache Sex, Drugs and Rock ´n Roll

Elektro aus Deutschland die 100ste. Ja ja, in unserem Nachbarland stehen knarz und braz Klänge derzeit hoch im Kurs und wie die Herren von The Sexinvaders eindrücklich fest gestellt haben, sogar bis aufs Land. Bei uns im Land mit dem A wird das noch ein wenig dauern. Oder eventuell werden es die die “on the countryside” People, gar nicht mitbekommen. Egal, Elektro ist trotzdem der neue Rock n Roll und das ihnen Minimalgeklickere nicht so zusagt und viel mehr im Interview below und was zum Downloaden gibts auch.

Für den Stream der TPS E.P. gleich mal hier reinklicken und während des Interviews anhören.

Wann seit ihr zum ersten mal mit elektronischer Musik in Berührung gekommen?
Sonne: Bei mir wars in der Kindheit. Mein Vater hat in nem Techno Club (wm66) gearbeitet. Und ich als kleinen Bub war fasziniert von den Plattenspielern.
David: Ich bin erst relativ spät dazu gekommen. Als ich 20 war, hab ich mich nach ner langen Punk-Rock Phase- das erste mal mit elektronischer Musik befasst. Mit Daft Punk und Air!

Wenn man sich die Justice DVD ansieht (die ja leider sehr schwach ist) kommt von einem wild gewordenen Fan die Ansage das Electro der neue Rock N Roll ist. Könnt ihr damit leben jetzt eine Rock N Roll Band zu sein?
David: Ich hab Jahre lang Gitarre in Bands gespielt. Ich kenne das Gefühl ganz gut und oft erinnern mich auch sehr viele Erlebnisse die ich mit Sonne beim Touren habe an die damaligen Bandgeschichten. Aber durch das, dass wir nur zu zweit sind, sind wir wesentlich flexibler und weniger auf Kompromisse angewiesen, als das in Bands der Fall ist.
Sonne: Mir ist das egal ob man uns nun als Band oder als DJ Team oder best friends die zusammen Musik machen sieht. Hauptsache Sex, Drugs and Rock ´n Roll. Spaß. Mal ernst. In der Musik in der wir unterwegs sind, sind tatsächlich viele Parallelen zum Rock ´n Roll zu erkennen.
David: Stimmt. Man nehme nur mal Gigs von Steve Aoki, Bloody Beetroots oder so. Da geht’s einfach ab wie bei nem Punk Konzert. Kein vergleich zu so Minimalgeklicker. Da ist Electro vielleicht tatsächlich dem Rock ´n Roll sehr nahe?

DJ Producer schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Der weltweite electronic boom hält ungebrochen an. Ist die Competition mittlerweile härter geworden als zum Zeitpunkt von eurer Gründung?
David: Naja, jeder hat doch heutzutage nen Zugang zu nem Computer und damit auch die Möglichkeit, elektronische Musik zu produzieren. Und durch die Vielzahl von reinen digitalen Labels werden auch noch jeden Tag 1000 weitere Kacktracks in die zahlreichen MP3 Shops gespült. Daher denke ich, dass die Competition eher für den User besteht, die guten Kirschen zwischen den ganzen Pflaumen zu finden.

Euer aktueller Release TPS knallt ja richtig rein. Was war die Idee dahinter?
Sonne: Eine richtige Idee war da nicht dahinter. Meist entsteht der Track beim Produzieren. So eben auch bei TPS. Die Idee mit dem Gitarrenthema war schon lange im Raum aber David war mit dem Track in der damaligen Form nicht zufrieden.
Nach einem oder zwei Monaten habe ich mich dann noch mal rangesetzt und mit den Loops gearbeitet. Bei nem Set habe ich David dann mit der überarbeiten Version überrascht. Das war dann auch fast die finale Version.

Wie kommt der Tune bis jetzt an? Schon gute Feedbacks von anderen DJs bekommen?
David: Ja, das Feedback ist echt überwältigend. Sehr viele DJs spielen den Track. Natürlich viele mit denen wir befreundet sind, aber eben auch viele die wir nicht persönlich kennen. Zum Beispiel hat uns The Whip geschrieben, dass sie ihn regelmäßig spielen und der Track bei ihrem DJ Set in New York echt gerockt haben muss.
Sonne: Aber viel wichtiger ist das Feedback von den Leuten auf der Tanzfläche, denn von Anfang an – auch als ihn noch niemand hat kennen können – haben die Leute dermaßen auf den Track gefeiert. Echt killer.

Interessanter weise ist der Korrelator RMX von “Jump up for Competition” weitaus softer ausgefallen als erwartet. Denn wer die Jungs kennt, weiss, dass sie für böller & knarz Sound geliebt werden. Wie gefällt euch der Track?
Sonne: Echt ein super Remix. Aus ner Downtemponummer die auf 113bpm läuft so nen Dancfloor Kracher zu basteln verdient meinen allergrößten Respekt.
David: Ja. Nicht nur super Typen die zwei Korrelatoren sondern echt auch noch fette Produzenten dazu!

Wie kam der Deal mit eurem französischen Label “On the fruit Records” zustande?
David: Der Labelchef Franck hat uns bei myspace angeschrieben, ob wir nicht einen Remix für ne EP machen wollen. Und daraus kam dann der Vertrag über ne eigene EP zustande.

Sonne, wie gefällt dir als Placebo Fan die neue Single “Battle for the Sun”?
Sonne: Gefällt mir echt super. Total tanzbar. War aber jetzt auch keine große Überraschung der Track.

Auf Myspace steht ja bereits eine beachtliche Liste an Clubs in aller Welt. Any favourites?
Sonne: Mir ist die Party immer wichtiger als der Club. Oft hängt das auch zusammen. Aber eben nicht immer. Dezember 2008 haben wir zum Beispiel in nem ehemaligen Puff in Ulm gespielt. Dieser Club (Eden) sah erstmal nicht cool aus aber im Nachhinein war es echt ne legendäre Nacht!
David: Ich seh das ganz ähnlich. Ist echt immer so ein Zusammenspiel aus euphorischen Leuten und nem guten Veranstalter. Und meist ist diese Kombination eben bei coolen Clubs, aber eben nicht zwangsläufig. Als mein persönliches Gig-Highlight empfinde ich unseren ersten Gig außerhalb Europas in Bangkok. Da war der Veranstalter super und die Leute auch, aber der Club an sich war nicht der Knaller. An diesem Gig hat natürlich auch noch unsere eigene Euphorie zu nem genialen Abend beigetragen.

Hat sich Elektro in Deutschland bereits flächendeckend in den Clubs (also auch am Land) durchgesetzt? Wenn ich mir Acts wie Frittenbude anschaue, die ja auch das ganze auf den Elektroboom aufbauen und einen auf Deichkind machen, sieht es fast so aus. Zum Vergleich, in Österreich ist das ganze noch den Städten vorbehalten;)
David: Wir spielen ja regelmäßig in deutschen Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern. Vor zwei / drei Jahren mussten wir noch oft Kompromisse mit dem Sound machen und bewusst ein bisschen „softer“ spielen. Heute ist das nicht mehr so – oder zumindest nur selten. Daher würde ich diese Frage mit ja beantworten.

Wann dürfen wir euer erstes Album in den Händen halten?
Sonne: Hoffentlich bald. Ideen haben wir genug.
David: Ja, die Ideen sind da, aber Pläne von irgendwelchen Labels gibt’s nicht. Aber für n Album sind wir auch sicherlich noch viel zu uninteressant für jedes Label. Aber ich bin mir sicher, dass das noch kommen wird, reizen würde es uns sehr, da man auf nem Album einfach Tracks unterbringen kann, die nie den Weg auf ne EP oder Single schaffen würden.

Und sonstige Zukunftspläne?
David: So weitermachen wie die letzten zwei Jahre. Wir haben uns immer nur sehr kleine Ziele gesteckt, und diese meist in kürzerer Zeit erreicht, als erwartet. So werden wir es auch weiter machen. Und natürlich ist am wichtigsten, dass wir weiterhin so viel Spaß haben und am Ende des Monats nicht hungrig sind und unsere Miete bezahlen können.
Sonne: Kurzfristige Ziele? Ne coole Musiker WG in Berlin-Friedrichshain finden. Und als zweites Ziel mag ich mich mit the Sexinvaders weiter etablieren und viele Gigs spielen und Platten veröffentlichen.
David: Danke für die nicht alltäglichen Fragen! Cooles interview!

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  • tiga - mind dimension (the sexinvaders remix) - Pink-Pong (author) said:

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